800 Jahre Ehekirchen

130 Musiker erwärmten die Herzen der Gäste

Nach einem Sternmarsch zum Jubiläum gab es ein Gemeinschaftskonzert der Blaskapellen Von Michael Geyer (Text und Fotos)

„Werd scho’ durchhalt’n!“ – Besorgt ging der Blick des Vorsitzenden Joachim Schmalbach nach oben, wo sich dunkle Wolken über dem Ehekirchener Abendhimmel zusammenbrauten und so gar nicht zum heiteren Anlass – der 800-Jahr-Feier des Ortes – passen wollten. Eigentlich sollten die Instrumente der über 130 Musikantinnen und Musikanten in der Abendsonne blinken, stattdessen war der optische Glanz der Trompeten, Hörner und Tuben im einsetzenden Nieselregen stumpf. Dafür aber wussten die fünf Kapellen umso mehr akustisch zu glänzen. Und schließlich verzog sich der Regen auch wieder. Da möchte man doch glatt an die Kraft der Musik glauben, die ja nachgewiesenermaßen auch schlechte Laune vertreiben kann.

Mit dem Schlag der Kirchturmuhr um 18 Uhr hatte Moderatorin Lucia Schmalbach-Müller für die erste Kapelle des Sternmarsches den Start freigegeben und die Burgheimer Marktmusikkapelle marschierte von der Dr.-Müller-Straße her mit dem San-Carlo-Marsch ein. Ein imposanter Anblick und ein prächtiger Hörgenuss, der sich noch stärker ausbreitete, als die 41 Aktiven der Kapelle den kurzen Anstieg von der Kirche her geschafft hatten und sich auf dem Platz gegenüber dem Rathaus postierten.

Mit dreifachem Trommelschlag ließ die Dirigentin den Marsch abreißen, was zugleich für die Blaskapelle Rohrenfels bedeutete, von der anderen Seite her loszugehen. Zahlenmäßig war die Kapelle von Dirigent Albert Paula zwar mit 18 Musikern die kleinste unter den fünf Blaskapellen, aber sie beeindruckten mit dem Schönfeldmarsch ebenso gut.

Den bekannten Ruetz-Marsch hatte Dirigent Kurt Lausmann für seine Weicheringer Unterviertelmusik für den Einmarsch ausgesucht und sie brachte ihr Musikstück ebenso professionell zu Gehör wie die Blaskapelle Sinning mit Dirigent Wolfgang Artner, die den Gruß aus Würzburg mitgebracht hatte.

Den krönenden Abschluss des Sternmarsches durften die einheimischen Musiker selbst übernehmen, die auf ihrem Weg von der Kinderkrippe her zum Festplatz den Erzherzog Albrecht Marsch spielten. 18 Jungmusiker marschierten vorne weg. Für das Mitspielen reicht zwar ihr Können noch nicht ganz, aber die Ehekirchener dürfen zu Recht stolz auf ihren hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs sein.

Mit einem Standkonzert, bei dem jede Kapelle einen weiteren Marsch spielte, ging es weiter. Das Publikum freute sich, dass auch weniger bekannte Kompositionen zu Gehör kamen, so der Olympiade-Marsch der Burgheimer, der österreichische Militärmarsch „Unter dem Grillenbanner“ oder der Flying-Eagle-Marsch der Weicheringer. Die Sinninger stellten „Schönes Prag“ vor und die Ehekirchener den Königsgrätzer Marsch, eine musikalische Besonderheit im für einen Reitermarsch typischen Sechs-Achtel-Takt. Der preußische Militärmusiker Gottfried Piefke soll angeblich diesen Marsch noch auf dem Schlachtfeld nach dem Sieg der preußischen Truppen über die Österreicher in der Schlacht bei Königsgrätz am 3. Juli 1866 komponiert haben.

Den Höhepunkt des musikalischen Abendtreffens bildete der Gemeinschaftschor, bei dem sich die Musiker registerweise unter den großen Bäumen aufstellten und unter der Leitung von Dirigent Klaus Hörmann mit dem Radetzky-Marsch und dem Kaiserjäger-Marsch an die glorreiche Marschtradition der österreichischen Nachbarn erinnerten.

Bayerisch ging das Standkonzert zu Ende: Was würde da besser passen als die Bayernhymne, zu deren zwei Strophen sich die Zuhörer gerne zum Mitsingen animieren ließen. „Die Instrumente hoch!“ hieß es zum Schluss und unter dem Beifall des begeisterten Publikums ließen die gut 130 Akteure ihre goldglänzenden Instrumente im Blitzlichtgewitter der Fotografen blitzen.

Damit war aber mit der Musik noch lange nicht Schluss, denn in der Mehrzweckhalle der Gemeinde hatten die fünf Kapellen beim jeweils etwa eine halbe Stunde dauernden Werbespiel auch Gelegenheit, ihre anderen musikalischen Seiten vorzustellen.

Quelle: Augsburger Allgemeine 05. Mai 2014 07:59 Uhr

800 Jahre Ehekirchen: Sternmarsch der Blaskapellen

Neuburg (ND) Ehekirchen begeht die 800-Jahrfeier: Ganz im Zeichen der Musik stand deshalb der Samstagabend. Fünf Blaskapellen nahmen am Sternmarsch Richtung Rathaus teil, um gemeinsam mit der Blaskapelle Ehekirchen deren 30-jähriges Jubiläum ebenso zünftig wie schmissig zu feiern.


Neuburg: 800 Jahre Ehekirchen: Sternmarsch der Blaskapellen
Bild: Hammerl Viele Besucher sahen sich in Ehekirchen den Sternmarsch an.
Den Auftakt machte die Marktkapelle aus Burgheim unter Leitung von Silke von der Grün, die mit ihren 41 Musikern von Dr.-Müller-Straße her aufmarschierte und sie auf Höhe des alten Kindergartens zum Standkonzert aufstellte. Aus der Gegenrichtung kam dann die Blaskapelle Rohrenfels mit 14 Instrumentalisten, angeführt von Albert Paula, während die Weicheringer Unterviertelmusi mit 21 Musikern unter dem Taktstock von Kurt Lausmann vor der Kirche St. Stephanus ihren Marsch begann.

Eigentlich sei der Sternmarsch eher ein Kreuzmarsch, merkte Lucia Schmalbach-Müller, die den hörenswerten Aufmarsch der Kapellen moderierte, an und ließ von der Schule her die 29-köpfige Sinninger Blaskapelle unter Leitung von Wolfgang Artner aufmarschieren. Den krönenden Abschluss machten natürlich die Jubilare, angeführt von Klaus Hörmann, der auch die Nachwuchsmusiker in dem 45-köpfigen Zug mitmarschieren ließ.

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